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-> Kurzbesuch bei unseren 470er Spitzenseglern

21.2.2019 (rf) Anlässlich einer USA Reise im Februar hatte ich mit meiner Tochter Miriam die Gelegenheit unsere beiden Spitzensegler David Bargehr und Lukas Mähr bei ihrem Training in Miami zu besuchen. Ich bin stark beeindruckt von der Disziplin, Härte, Ausdauer, Konzentration und dem Fleiß unserer beiden Regattasegler.

An unserem ersten Besuchstag regnete es in Strömen und es pfiff ein kühler Wind mit 5 – 6 Bft. und das in Florida, dem angeblichen Sunshine State.

Zusammen mit dem USA 470er Team trainieren Lukas und David derzeit täglich unter allen Wetter-Bedingungen. Mit dem USA Team haben die beiden einen Sparringspartner, der sich „von“ schreiben kann. Nahmen doch die beiden Amerikaner schon dreimal an den olympischen Spielen teil und sind schon jetzt wieder für die nächsten Spiele in Tokio Fixstarter. Einen härteren, aber auch nicht besseren, Trainingspartner kann man sich gar nicht wünschen.

David und Lukas sind Gäste im „USA Sailing Center“ in Miami, wo die besten US Regatta-Segler ihre Trainingsstätte haben. Von der Anlage her gesehen nichts Aufregendes aber schnell zeigt sich wie hochprofessionell und zielorientiert hier gearbeitet, d.h. trainiert wird. 

Dass unsere Segler hier überhaupt Eingang fanden, beweist die hohe Akzeptanz die unsere Burschen im internationalen Umfeld genießen. Gleiches gilt übrigens auch für unsere anderen beiden Spitzensegler, das 49er Seglerteam Benjamin Bildstein und David Hussl, die hier auch immer wieder anzutreffen sind.

Für David und Lukas sind die Trainingsbedingungen hier in Miami mehr als optimal. Lukas meinte, dass das Training hier deshalb so wichtig sei, weil hier auf dem offenen Meer ganz ähnliche Bedingungen wie in Japan herrschen, wo die nächste WM sowie die olympischen Spiele 2020 stattfinden werden.

Mit beim Training sind auch die beiden anderen österreichischen 470er Segler Niko Kampelmühler und Thomas Czajka, beide stehen eher am Beginn einer größeren internationalen Karriere.

Das Training wird vom kroatischen, 2-fachem Olympiateilnehmer, Mate Aparov mit strenger, harter Hand geleitet. Wie es dabei auf dem Wasser beim Training zugeht durfte Miriam vier Stunden lang miterleben. Üben, üben, üben, dabei viel Einstecken, Lob, Tadel und sehr viel Salzwasser, denn die über 2 Meter hohen Wellen und die 4 bis 5 Windstärken sind Umstände, die es in sich haben.

Das tägliche vier Stunden Training auf dem Wasser ist nur ein Teil des zwölf Stundentags, bei welchem zusätzlich auch Krafttraining, mentales Training, Wettsegelbestimmungen und vieles mehr eine große Rolle spielen.

Vom Genießen des Florida Feelings ist da nichts, vielmehr kann davon keine Rede sein.

Der kleine Einblick in das Tagesgeschäft unserer Spitzensegler, ich kann es nur nochmals zum Ausdruck bringen, war gewaltig beeindruckend. Deshalb verdienen unsere beiden Spitzensegler-Teams unsere ganz hohe Anerkennung! Auf diesem internationalen höchsten Niveau in der Weltspitze mit dabei zu sein, wird es in unserem Verein wohl nicht mehr so schnell geben. Genau genommen war das in unserer fast 100-jährigen Vereinsgeschichte bisher nur einmal der Fall – Werner Fischer und Karl Geiger, die in Tokio 1964 und in Mexiko 1968 an den Olympischen Spielen teilnahmen. Daher wäre es der Hit, wenn es Lukas und David zur Olympiade 2020 auch nach Tokio schaffen würden, weil eben genau vor 56 Jahren unsere beiden vorgenannten Segler an demselben Ort in Japan das Debüt als erste olympische Mannschaft nicht nur unseres Vereins, sondern auch des Bodensees gaben.

Von ganzem Herzen wünsche ich unseren vier Seglern viele weitere Erfolge, und ich wünsche mir, dass alle unsere Mitglieder weiterhin ihre Unterstützung (für die sie sich herzlichst bedanken) geben.

Reinhard Fritzsche