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-> Clubgeschichte

Bootsbesitzerklub Vorkloster

Zum Verständnis der Geschichte und Entwicklung des Yacht Club Bregenz muss man wissen, dass der heutige Bregenzer Stadtteil Vorkloster erst in den 20er Jahren zur Landeshauptstadt Bregenz kam. Die vormalige politische Gemeinde Rieden – Vorkloster ging auf die alte Vorarlberger Verfassung zurück, als in Vorarlberg städtische und ländliche Gerichte bzw. Gerichtsbezirke existierten, denen administrative und gerichtliche Kompetenzen zukamen.

Die Geschichte von Vorkloster ist andererseits auch im Zusammenhang mit dem vor über 900 Jahren gegründeten Kloster Mehrerau zu sehen. Dieses ‚Kloster in der Au am See entwickelte sich im Laufe des Mittelalters durch intensive Bewirtschaftung des Gebietes zum größten Grundeigentümer Vorarlbergs. Besonders der landwirtschaftliche Betrieb zog Arbeitskräfte an und trug dazu bei, ‚vor dem Kloster‘ eine Ansiedlung von Lehensleuten, Handwerkern, Gewerbetreibenden, Dienstboten, Fischern und Vogelfängern entstehen zu lassen. Im Gefolge des Baus der Vorarlberg Bahn in den Jahren 1870 bis 1872 entwickelte sich darüber hinaus das Vorkloster zu einem bedeutenden Industriestandort.

Wann erstmals Segelboote zum privaten Vergnügen in Vorkloster stationiert waren, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Laut einer Eingabe eines Bregenzer Fischers habe es um 1885 in Vorkloster außer seinen Fischerbooten jedenfalls nur vier Flachboote ohne Schwert gegeben, welche dem Sammeln von Holz gedient hätten. Dem stand allerdings eine Aussage des Klubs entgegen, dass schon damals ‚genug Vorklöstner den Segelsport betrieben‘ hätten. Jedenfalls hatte bis 1925 die Bootsdichte zugenommen, welche die Gründung eines eigenen Vereins in den Raum stellte. So kam es am 18. April 1925 in Anwesenheit von 24 Begeisterten zur Gründungsversammlung des ‚Bootsbesitzerclub Vorkloster‘.

Boots – Club Vorkloster

Die Jahreshauptversammlung des Bootsbesitzerclub vom 3. März 1929 beschloss einstimmig, dem Club einen gängigeren Namen zu geben, indem sie diesen in ‚Boots – Club Vorkloster‘ änderte. Dieser Änderung gingen überwiegende Meinungsverschiedenheiten voraus, deren Hauptursache in der Zusatzbezeichnung ‚Besitzer‘ gesehen wurde. Mit dem übergang der Clubleitung an den späteren Ehrenvorstand Albert Kaufmann (1930 bis 1939 und in der Folge nach dem zweiten Weltkrieg von 1945 bis1958) wurde der Grundstein zum Aufstieg des Vereins vom kleinen Bootsbesitzerklub zum international anerkannten Yacht – Club Bregenz gelegt. Auf Kaufmann kam zunächst die Aufgabe zu, nach dem verheerenden Clubhausbrand 1933 wieder ein neues Clubheim zu bauen. Dieser Neubau war für den Club eine gewaltige Herausforderung.

Der Boots – Club Vorkloster bzw. seine Mitglieder, die sich damals gegenseitig als Club – Kollegen bezeichneten, hatten bis 1938 ca 30 Segelboote, von denen allerdings nur wenige Klassenboote waren. Diese Boote waren noch durchwegs Holzboote.

Nach dem ‚Anschluss‘ österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im Jahr 1938 dürften sich die politischen Auseinandersetzungen im Club in Grenzen gehalten haben. äußerlich traten verschiedene änderungen auf. Man unterzeichnete Schriftstücke nicht mehr, wie vorher üblich, mit ‚Ahoi‘, sondern mit ‚Heil Hitler‘. Die Satzungen mussten auf das in Deutschland damals bestehende Führerprinzip umgestellt werden. Während der Kriegsjahre wurde im Clubhaus am Fischerbach die Marine – HJ einquartiert, an die Ausübung des Segelsports auf Clubebene war damals allerdings nicht zu denken; 1943 wurde sogar ein totales Fahrverbot für den Bodensee ausgesprochen. Durch die Kriegsjahre bzw. die Kriegsereignisse sind dem Boots – Club Vorkloster bzw. dessen Mitgliedern leider mehrere Boote verloren gegangen.

Nach dem Ende des ‚Tausendjährigen Reiches‘ beschloss der Landesausschuss von Vorarlberg, das Sportwesen des Landes auf eine neue, breitere und internationalen Anforderungen entsprechende Basis zu stellen. Dies nahm der Bregenzer Ingenieur Hans Georg Reiter zum Anlass, für eine erfolgreiche Teilnahme österreichs am internationalen Segelsport beachtliche Vorschläge zu machen. Unter dem Aspekt der geographischen Lage unseres Gebietes und der damit verbundenen Schwierigkeiten forderte er die Zusammenfassung der Segelvereine in einen österreichischen Seglerverband, dessen primäre Aufgabe die Vertretung des österreichischen Segelsports nach außen sei. Er maß aber auch schon damals der Jugendförderung große Bedeutung zu. Die wichtigste Aufgabe sei aber eine großzügige Planung und Schaffung der realen Voraussetzungen für Bregenz als internationalen Segelsportplatz. Die Geschichte gab Ing. Reiter Recht.

Ein Hindernis stellte aber das damals noch geltende Verbot der französischen Besatzungsmacht dar, auf dem Bodensee Sport auszuüben. Trotz dieser Schwierigkeiten haben Clubmitglieder bereits die ersten Ausfahrten unternommen.

Yacht Club Bregenz

Jetzt war auch die Zeit reif, dem Club eine neue Satzung und einen zeitgemäßen Namen zu geben. So wurde.1947 der Club in YACHT CLUB BREGENZ ( YCB ) umbenannt. Damals zählte der Club bereits 80 aktive Mitglieder. Die Zahl der Segel-Ruder- und Motorboote betrug rund 50. An Klassenbooten hatte man nur einen freien Renn-Zehner, an Neubooten einen 20 m2 Jollenkreuzer, zwei Piraten und zwei Renn-Fünfzehner. YCB – Segler waren aber schon bei vielen Regatten auf unserem See, insbesondere bei den jährlichen Bodensee – Wochen dabei.

Mit der Wahl von Gerhard Stiastny zum Präsidenten durch die Jahreshauptversammlung 1975 erfolgte eine grundsätzliche Neu-Orientierung des YCB. Der weitere Weg des Vereins ging nicht in Richtung einer Marina, sondern zu einem Club mit den Schwerpunkten Sport und Pflege der Freundschaft. Dieser Pfad wird auch heute noch beschritten.

Unter entscheidender Mitwirkung des Yacht Club Bregenz begannen 1979 die Bemühungen, alle am österreichischen Bodenseeufer beheimateten Segelvereine zum Vorarlberger Landes-Segel-Verband VLSV zusammenzuschließen. ( derzeitiger Präsident: Markus B. Sagmeister, YCB)

Der amtierende Präsident des Yacht Club Bregenz, Reinhard Weh, setzte sich zum Ziel, den Club in der gleichen Art wie sein Vorgänger zu führen, ihn jedoch den vielfältigen Herausforderungen der Zeit anzupassen. Eine beispielgebende Jugendförderung, bestmögliche Unterstützung des Regattasegelns, großes soziales Engagement, gesellschaftliche Veranstaltungen mit einem überaus breiten Spektrum aber auch die Vertretung der Interessen des Umweltschutzes sind für Reinhard Weh und sein Vorstandsteam besondere Anliegen. Dank des großen Engagements seiner Mitglieder und Funktionäre kann der Yacht Club Bregenz heute über eine der schönsten Clubanlagen am Bodensee verfügen.