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-> Bildstein Hussl – Newsletter Jänner 2018

Ausblick 2018

09.01.2018 Wie jedes Frühjahr sind wir in Amerika, genauer gesagt in Miami. Seit 6. Jänner trainieren wir an der Ostküste. Benni‘s Verletzung am Ohr ist ausgeheilt und wir sind voll motiviert, wieder ins Training einzusteigen. Nach zwei Wochen Training vor Ort starten wir wie gewohnt am 21. Jänner mit dem Weltcup in Miami offiziell in das neue Segeljahr 2018. Anschließend fliegen wir weiter direkt nach Argentinien, wo wir uns mit unseren neuen Trainingspartnern auf die Saison vorbereiten werden. Aktuelle Informationen erhält ihr natürlich weiterhin über unsere Facebook-Seite.

Wir brauchen Eure Unterstützung!
Wir sind in Tirol zur Mannschaft des Jahres 2017 nominiert und brauchen deine Stimme. Das Voting dauert nur zwei Minuten und jede Stimme zählt. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir mit deiner Hilfe den Segelsport bekannter machen können. Hier kannst du abstimmen! Wir danken dir schon jetzt 🙂

2017 in einem Wort: Achterbahn!
Das Jahr 2017 begann äußert vielversprechend. Direkt im Anschluss auf den Sieg des Gesamtweltcups in Melbourne (Dezember 2016), flogen wir nach Miami. Der Weltcup war mit ablandigen Winden sehr schwierig und forderte unser gesamtes Können. Am Ende freuten wir uns außerordentlich über die Silbermedaille und den damit ersten Stockerlplatz des Jahres.
 
Im März nahmen wir in Palma de Mallorca an einem Europa Cup teil. Wir wollten eine neue Material-Kombination testen und das ganze gleich mit einer Trainingssession kombinieren. Das Ergebnis war aber leider nicht sehr zufriedenstellend. Es folgte der Weltcup in Hyères, wo wir leider sehr verhalten in die Regatta starteten. Mit viel Einsatz und der Hilfe unseres 49er-Trainers Ivan Bulaja und dem taktischen Berater Mate Arapov analysierten wir unsere Performance der ersten Tage und versuchten mit neuen taktischen Elementen das Ruder noch herumzureißen. Das gelang uns auch: wir qualifizierten uns für das Medalrace und konnten dieses mit einem klaren Start-Ziel-Sieg gewinnen. Am Ende schaute ein siebter Platz und eine große Menge an neuen Erkenntnissen heraus.
 
Als amtierende Gesamtweltcup Sieger war die Titelverteidigung ein spezielles Ziel, die Teilnahme blieb uns jedoch bedauerlicherweise verwehrt. Wir reisten bereits sehr früh zu einem Trainingslager an die spanischen Nordküste. Gemeinsam mit unseren dort heimischen Trainingspartnern reizten wir die Tage maximal aus. Wir schliefen sogar im Segelzentrum keine zehn Meter vom Boot entfernt. Sehr akribisch tüftelten wir an Material und Technik, und hatten auch eine Menge Spaß an unserer Arbeit.

Bis am 20. Mai bei meterhohen Wellen und Wind mit bis zu 20 Knoten eine unserer Saling brach. Nach dem Setzen des Gennakers wurde die Last für das Carbon-Teil zu viel. Die Saling, an der die Trapezleinen hängen, brach. Benjamin war zu dem Zeitpunkt bereits in der Fußschlaufe, als wir beide rücklings aus dem Boot fielen. Ohne unserem Gewicht, das das Boot aufrecht hält, kenterte es und Benjamin hing kopfüber in der Fußschlaufe. Schreckliche Momente, lange war es uns nicht möglich seinen Fuß zu befreien. Das Ende dieser Geschichte war ein 20 Zentimeter langer Muskeleinriss am Schienbein,  ein eingerissenes Außenband, Überdehnungen und Quetschungen im Fuß. Noch am selben Abend flog Benjamin nach Hause, um weitere Untersuchungen durchzuführen. Glück im Unglück – sämtliche Risse waren in Längsrichtung, somit ist keine OP notwendig, das Gewebe heilt von allein.

Wir gewinnen das Testevent!
Knapp zwei Monate nach der Verletzung konnten wir wieder aufs Boot steigen. Die Europameisterschaft in Kiel stand bereits wenige Tage später auf dem Programm und wir waren froh, dass die Verletzung komplett ausgeheilt war. Zum Glück konnten wir sehr schnell wieder zu gewohnter Segelqualität finden. Das Feld war mit 100 gemeldeten Schiffen das größte in der 49er-Geschichte, der Wind war böig und herausfordernd, doch wir konnten mit zwei Wettfahrtssiegen exzellent in die Rennserie einsteigen. Wir qualifizierten uns souverän für die Goldflotte und zogen auf dem fünften Platz ins Medalrace ein. Aufgrund von zu viel Wind entschied sich die Wettfahrtleitung allerdings – unserer Meinung etwas verfrüht – für den Abbruch der Regatta und somit verblieben wir auf dem fünften Gesamtrang. Aufgrund der Verletzung und des massiven Trainingsrückstandes waren wir über das Ergebnis erleichtert, aber hungrig auf mehr.
 
Es blieb keine Zeit, um sich auszuruhen. Das Testevent der Weltmeisterschaft 2018 in Aarhus in Dänemark stand zwei Tage später auf dem Programm. Das Revier ist strategisch äußerst ansprechend und schwierig zu segeln. Das Feld wird regelmäßig auf den Kopf gestellt. Tage, die sich nach einer reinen Katastrophe anfühlen, sind am Ende gar nicht so schlecht. Wir qualifizierten uns als Zweite für das Medalrace bzw. die Medal Races. Denn in Hinblick auf Tokyo 2020 wurde ein neues Format (drei sehr kurze Rennen) getestet, mittlerweile aber wieder verworfen. Nach zwei der drei Rennen war klar, nur noch wir und die führenden Australier kämpfen um den Platz an der Sonne.
Buchstäblich in letzter Sekunde gewannen wir das Duell für uns und durften uns über den Sieg im Testevent freuen. Diese Regatta war äußerst wichtig fürs Selbstvertrauen, werden doch hier 2018 die ersten acht Nationentickets für Olympia 2020 vergeben.
 
Nach einer kurzen Woche ging es für uns direkt weiter nach Portugal zum Highlight des Jahres, der 49er-Weltmeisterschaft. Mit einem neuen und vor Ort getauften Boot, hieß es allerdings erstmal zwei Tage warten. Der Nebel war so dicht, dass ans Segeln nicht zu denken war. Am Nachmittag des dritten Tages konnte dann endlich gesegelt werden. Die hohe Dünungswelle des Atlantiks war ein krasser Unterschied zum Flachwasser der Ostsee. Die Umstellung gelang uns aber sehr gut, am Ende sicherten wir uns den dritten Platz und damit die Bronzemedaille bei der 49er-Weltmeisterschaft. Das bedeutete für uns den größten Erfolg unserer Karriere.
 
Anfang Oktober startete die erste große Trainingsreise ins Olympiarevier von 2020. Japan war bisher ein „weißer Fleck“ auf unserer Landkarte und dementsprechend erwartungsvoll flogen wir nach Tokyo. Die Kultur ist für uns Europäer wirklich etwas Besonders und interessant erkundet zu werden. Während Benjamin frühzeitig die Heimreise antrat, da eine Trommelfell-Verletzung von einem Crash auf einem Highspeed-Katamaran nicht wie erwartet ausheilte, blieb David und Trainer Ivan Bulaja vor Ort, um das Revier und die Konkurrenz zu studieren. Auch Ivan´s 40. Geburtstag wurde ausgelassen gefeiert. 

Nach einer weiteren Untersuchung wurde entschieden, dass eine Operation notwendig war. Beni wurde von Primar Dr. Wolfgang Elsäßer im Landeskrankenhaus Feldkirch erfolgreich operiert und konnte kurz vor Weihnachten wieder ins Training einsteigen. David trainierte währenddessen mit seinem Bruder und dem Nachwuchs Team in Split.